Mit Nordwind nach Norden

Es ging um Leben und Zukunft. Wir sprachen über Träume und Wünsche. Über die Liebe. Und über ihren Kummer.

Es ist wie beim Segeln, rang ich nach Worten. Es gibt nur zu viel oder zu wenig Wind, genau richtig ist er eigentlich nie. Mit Nordwind geht es nicht direkt nach Norden. Da kannst du dich auf den Kopf stellen.

Oder das Beste daraus machen.

Das Boot wechseln.

Die Segel streichen.

Hm, meinte meine Freundin.

Kurz darauf änderte sie ihr Leben.

Ich will nach Norden, erklärte sie.

1 Gedanke zu “Mit Nordwind nach Norden

  1. Columbus wollte nach Indien, wo landete er? Das war folgenreich. Dass es sich nicht um sein Wunschziel handelte, wollte er Zeit seines Lebens nicht wahrhaben. Was können wir daraus lernen? Dass es ganze Kontinente zu entdecken gibt, sich ein neuer Kosmos eröffnet, geben wir uns Ziel und an diesem festhalten – auch im Irrtum. Wir sind alle bemüht, dem Leben eine Richtung zu geben, doch letztlich, wissen wir nicht wohin es uns treibt. Sollten wir dann nicht erstaunt sein, dass es Welten zu entdecken gibt, von denen wir nicht nur nichts ahnen, sondern die wir auch in ihrem Ausmaß nicht wahrnehmen? Mit der Liebe ist ähnlich, nicht wahr? Wir können an ihr festhalten, wir können aber auch Neues entdecken – wenn wir das wollen und uns eingestehen, dass Irrtümer das Ziel darstellen können. Das heißt nicht, dass wir die Richtung, in die wir wollen, aus den Augen verlieren sollten, sondern lediglich, dass wir das Ziel bisweilen neu definieren sollten – vielleicht liegt es näher als wir meinen.

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