Spargelzeit – eine kulinarische Tragödie

Als der Bärlauch sich in die junge Kartoffel verguckte, ahnte er nicht, dass diese längst dem Spargel schöne Augen machte. Als er endlich davon erfuhr, war es zu spät. So strauchelte der Bärlauch über die kleine Knolle und stürzte sich mit einem entschlossenen „Pasta!“ ins Pesto.

Dabei hatte der Spargel die Avancen der Kartoffel nicht einmal bemerkt und ließ sich von einem Schinken einwickeln, der nach längerem Spanienaufenthalt nichts als Melonen im Sinn hatte und mit dem Spargel bloß rhabarberte. Darauf ertränkte die Kartoffel ihren Kummer in salziger Butter. Kümmerlichen Trost fand sie einzig darin, dass der Spargel es ihr bald nachtun sollte.Rezepte

Denn längst schlich der obstversessene Schinken um die Erdbeeren herum, die beschämt erröteten und viel lieber mit dem Rhabarber unter einem Baiser gelandet wären. Der Rhabarber aber wollte davon nichts wissen, haderte er doch wie jeden Frühling damit, dass er genau genommen keine Süßfrucht, sondern ein Gemüse war.

Und so kam es, dass am Ende niemand zusammen herumlenzte. Nicht wenige landeten im Kompott. Der Rest spargelte beleidigt davon.

So ein sehnsuchtsvoller Reigen kann den ganzen Mai vergeigen.

P.S.: Die Glühweinreste mussten weg. Hicks.

3 Gedanken zu “Spargelzeit – eine kulinarische Tragödie

  1. Schön geschrieben! Passend zum Glühwein hängen hier noch die Winterjacken an der Garderobe und die müssten eigentlich auch weg 😉 LG, Conny

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: